Zum 75jährigen Jubiläum des Dekanats Pforzheim konnte ein ausgeschilderter Kapellenweg seiner Bestimmung übergeben werden. Als Teilroute in zweieinhalb oder Vollroute in vier Gehstunden
führt dieser Weg zu zwölf historischen Kapellen und Kirchen im Biet.
Inmitten der evangelischen Herrschaften Württemberg und BadenDurlach erhielt sich diese katholisch geprägte Landschaft, die ein stückweit mit dem Madonnenländchen vergleichbar ist. Zahlreiche Kapellen auf Kuppen und steilen Felsen oder in einsamen Waldgegenden über dem Würmtal, Wegkreuze und Bildstöcke zeugen von einer gläubigen Vergangenheit der Bewohner. Alte Gotteshäuser mit teilweise trutzigen, aber auch verspieltem Aussehen, bilden den Mittelpunkt der einzelnen Orte. Viele Kapellen und Kirchen erhielten im 18. Jahrhundert ihr heutiges Aussehen. Alles, was das Barock zu bieten hat, ist in der ehemaligen Kirche St. Vitus und Urban in Neuhausen gebündelt. Auch die Ottilienkirche in Lehningen, 1480 im gotischen Stil als Wehrkirche gebaut, bietet prachtvolle Barockal-täre. Eine lange Tradition hat die Wall-ahrt zum alten Kirchlein Heilig Kreuz in Hohenwart. Zwischen Steinegg und Neuhausen grüßt von der Höhe die St. Wendelinuskapelle. Sie beherrscht die Kuppe und gewährt einen schönen Rundblick in die Umgebung. Inmitten von Neuhausen erhebt sich die mächtige Pfarrkirche St. Urban und Vitus. Sie beherbergt die Kerker-Christi-Kapelle. Der bestehende Turm war um 1740 Ruine. In ihn legte man die totgeborenen und ungetauft gestorbenen Kinder und bedeckte sie mit Steinen. Dieser Turm wurde Ende des 17. Jahrhunderts zu einer Kapelle des Gefängnisses Christi aufgebaut und umgestaltet. In Neuhausen steht auch die 1475 erbaute Sebastiankapelle.
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Unterschiedlich können die Ausgangspunkte zu den einzelnen Kapellen sein. Wer in Tiefenbronn beginnt, findet hier die Friedhofskapele zu Ehren des Heiligen Johannes des Täufers, die 1515 erbaut, einen Altar mit der Taufe Christi im Jordan zeigt. In Mühlhausen an der Würm findet sich die Marienkapelle aus dem Jahre 1685 gleich am oberen Ortseingang, ehe die Dreifaltigkeitskapelle aus dem Jahre 1710 bei der Brücke über die Würm zum Verweilen einlädt. Von der schönen Ottilienkirche in Lehningen führt der Weg hinunter ins Würmtal und bei Steinegg hinauf zur Schloss- und Waldkapelle. Die Waldkapelle, die hinter dem Schloss liegt, erhielt den Namen Maria Hilf, da der Sage nach zwei Schlossfräuleins unter dem Felsen Zuflucht und Rettung vor einer Verfolgung fanden. Von Steinegg geht es hinauf zur Wendelinuskapelle und von dort weiter zur Kerker Christi und St. Sebastiankapelle. In Hamberg findet sich die Kapelle St. Wolfgang direkt neben dem Gotteshaus, Der Innenraum zeigt sich im heiteren Rokokostil mit bemerkenswerten Stuckarbeiten an Decke und Altar. Wenn Schellbronn erreicht ist, hat man die Runde fast geschafft. Bischof Ulrich von Konstanz weihte 1134 die ursprüngliche Kapelle zu Ehren des Heiligen Nikolaus. Von der ursprünglichen Ausstattung im Innern sind wertvolle Bildwerke aus Gotik und Barock erhalten. Bleibt zum Abschluss des ausgeschilderten Kapellenweges noch die Heilig Kreuz Kapelle in Hohenwart.
Entsprechende Tafeln an den Kapellen machen auf den Ursprung aufmerksam. Die meisten Kapellen und Kirchen in Hohenwart, Schellbronn, Neuhausen und Hamberg sind tagsüber geöffnet. An den entsprechend ausgeschilderten Schwarzwaldwegen sind stets Kapellenschilder zugefügt. |