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Die Kirche braucht eine stete Erneuerung
Heilig Kreuz Gemeinde in Büchenbronn wuchs aus kleinen Anfängen- Ein Hort für gelebten Glauben
Eigenwillig und auffällig ist der Stil der Heilig Kreuz Kirche in Büchenbronn. Weithin sichtbar für jeden Autofahrer, der durch den Ort fährt. Vor 40 Jahren, am 6. November 1966, hatten die Katholiken aus dem Höhenstadtteil endlich ihr eigenes Gotteshaus. Die Weihe der Kirche nahm der damalige Weihbischof Dr. Karl Gnädinger unter großer Anteilnahme der Bevölkerung vor. Monsignore Walter Geiger, der über Jahrzehnte in der Gemeinde Liebfrauen sowie als Caritasrektor und Schuldekan in Pforzheim wirkte, war damals der zuständige Seelsorger. Aus Anlass dieses Ereignisses ist am kommenden Sonntag um 11 Uhr ein Festgottesdienst mit Domkapitular Wolfgang Sauer aus Freiburg. Der Kirchenchor von Liebfrauen wird bei diesem Gottesdienst unter Mitwirkung eines Orchesters dieses Ereignis mit einer Haydnmesse mitgestalten. Im Anschluss trifft sich die Gemeinde in der Unterkirche. Unterschiedliche Aktionen für Jung und Alt mit einem entsprechenden Kinderprogramm, einem Theaterstück der Ministranten von Liebfrauen sorgen unter anderen Programmpunkten für Unterhaltung bei Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Der Gospelchor der Gemeinde Liebfrauen bringt sich zum Abschluss im Pfarrsaal unter Christine Dengler Leubner ein.
Im Dezember 1958 kam es zum Erwerb des Baugrundstückes „ Roßwiesle „ Die Pläne für den Kirchenbau entwickelten sich 1962. 1964 war Grundsteinlegung. 1965 Richtfest und 1966 die Weihe des Gotteshauses der Büchenbronner Katholiken.
Nach der Einführung der Reformation durch den badischen Markgraf Karl II 1556 war Büchenbronn über 300 Jahre fast ausschließlich evangelisch. Blieb einmal ein katholischer Durchwanderer in Büchenbronn hängen, war dies schon eine Notiz wert. In einem Protokoll aus dem 18. Jahrhundert ist festgehalten: „. es hält sich dermahlen kein katholisches Mannsbild hier auf „. Vereinzelt kamen dann Katholiken durch Zuwanderung aus den Alpenländern und hier in erster Linie aus Tirol. Es waren Holzfäller und Bergleute, die sich ansiedelten. Joseph Schlucker, war ein solcher Zuwanderer aus dem Oberland. Ihn setzte man nach seinem Tod 1729 noch auf einem gesonderten Platz auf dem Friedhof bei.
1906 erfolgte für die Katholiken in Brötzingen, Dillweißenstein und Büchenbronn die Errichtung einer Kuratie und damit die Abtrennung von St. Franziskus. 1910 kam es zur Bildung der Kuratie Liebfrauen mit Dillweißenstein, Huchenfeld und Büchenbronn. Nach dem Krieg wuchs der Anteil der katholischen Bevölkerung durch die Heimatvertriebenen sprunghaft an. 1946 kamen die meisten Katholiken als Vertriebene aus den Ostgebieten nach Büchenbronn. Pfarrer Walter Geiger begrüßte sie bei der Ankunft auf dem Bahnhof. Er wurde damit zur ersten Kontaktperson zwischen Heimatlosen und Menschen, die versuchten, in eine neue Heimat hineinzuwachsen. 1985 lebten unter 5220 Einwohnern 1129 Katholiken in diesem Stadtteil.
Heute zählt die Gemeinde knapp 1200 Gläubige. Aus dem Gegeneinander der Konfessionen entwickelte sich ein ökumenisches Miteinander. Der evangelische Pfarrer Ziegler stellte 1946 für zehn Jahre die evangelische Bergkirche für die Sonntagsgottesdienste zur Verfügung. Die Jugendarbeit fand zunächst in der Volksschule statt. Zu den Kirchenchorproben wanderten die Sängerinnen und Sänger aus Büchenbronn Woche für Woche am Abend zur Liebfrauenkirche hinunter und oft bei Mondschein zurück. Auch zum sonntäglichen Gottesdienst ging es lange zu Fuß über den Gänsebuckel hinunter zur Liebfrauenkirche.
1966 war dann die Heilig Kreuz Kirche samt Unterkirche mit Gemeindesaal, Küche und Jugendraum fertig gestellt. Der moderne Kirchenbau stieß dabei nicht bei allen Gläubigen auf Gegenliebe, war er doch ein Bauwerk aus reinem Sichtbeton. Es war aber als sakrales Gebäude gedacht, dass sich an die Veränderungen, die das das Zweite Vatikanische Konzil gerade im liturgischen Bereich auslöste, Rechnung tragen sollte. Dieses moderne Kirchenbauwerk, dem vier Entwürfe vorausgingen, wollte mit herkömmlichen architektonischen Formen brechen.
Endlich hatte nun die Gemeinde ihren Mittelpunkt. Schon zwei Jahrzehnte danach zeigte sich, dass der Sichtbeton nicht der Jahrhundertstoff war, für den man ihn hielt. So folgte schon rasch eine kostenaufwendige Generalsanierung. Gekrönt wurde die Sanierung mit der Anschaffung eines Geläutes für den bis dahin als stummen Zeugen errichteten Campanile neben der Kirche. Im Jahre 2002 gestaltete Jochen Geißler aus Karlsdorf Neuthard bei Bruchsal ein modernes Kreuz auch Eichenholz und Metallröhren, welches seinen Platz vor der Kirche fand. Der Pforzheimer Künstler Rolf Gröger gestaltete die Kirchenfenster
Nach der abgeschlossenen Außenrenovierung steht nun die Innenrenovation an.
So schreibt Pfarrer Albert Schwarz, der die Seelsorgeeinheit Pforzheim Dillweißenstein seit 1990 leitet zum Kirchweihfest, „ die ständige Erneuerung der kleinen Gemeinde mit der großen Kirche ist eine stete Herausforderung „.
rolf constantin
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