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Dein Weg bewegt
Zentraler Gottesdienst der Seelsorgeeinheiten der Kernstadt am Fronleichnamstag an historischer Stelle
In der Stadt und im Enzkreis trafen sich gestern die Katholiken oftmals am Fronleichnamstag zu Gottesdiensten unter freiem Himmel und Prozessionen. Das Fest hat eine lange Tradition und geht bis in das Hochmittelalter zurück. Es schrieb Papst Urban IV 1264 für die gesamte abendländische Kirche vor. Als Festtag wählte man in Anlehnung an das Abendmahl am Gründonnerstag einen Donnerstag und zwar den zweiten Donnerstag nach dem Pfingstfest.
Aus allen Seelsorgeeinheiten der Kernstadt bewegten sich die Katholiken in diesem Jahr in großer Zahl zum historischen Schlosspark neben der Michaelskirche. Dekan Bernhard Ihle dankte dabei dem Pfarrer der Michaelsgemeinde, Bruno Dörzbacher, der an der Feier des zentralen Gottesdienstes teilnahm, für die Bereitstellung des Platzes, der auch eng mit dem Aufwachsen des seligen Markgraf Bernhard von Baden verbunden ist. Eingebettet zwischen zwei roten Rosenstöcken war der Altar aufgebaut. Das Leitmotiv der zentralen Feier war dem Motto im Jahr der Berufung entnommen „ Dein Weg bewegt „. Ein buntes Bild gaben die zahlreichen Ministranten und die beteiligten Pfarrer aus den Pforzheimer Gemeinden und der katholischen Missionen anderer Muttersprachen in ihren liturgischen Gewändern ab. Fahnen der einzelnen Gemeinden mit ihren entsprechenden Symbolen verteilten sich im Halbrund um den Altar. Auch die Reliquie des seligen Markgrafen Bernhard von Baden war als Schrein aufgebaut. Das Pforzheimer Bläserensemble der Stadtkirche unter der Leitung von Axel Becker setzte zusammen mit dem Gospelchor der „ St. Francis Singers“ der Franziskuspfarrei unter der Leitung von Kantor Michael Eckerle die musikalischen Akzente. Während des Gottesdienstes erklärten die beteiligten Gemeinden die Symbole ihrer Fahnen oder ihrer sonstigen Erkennungszeichen, die für die jeweilige Gemeinden von Bedeutung sind.
Der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der Seelsorgeeinheit Innenstadt Georg Kleiner, St. Franziskus, begrüßte zu Beginn der Feier die zahlreichen Gläubigen aus den einzelnen Seelsorgeeinheiten. Dekan Bernhard Ihle sprach in Anlehnung zum Slogan der Weltmeisterschaft „ zu Gast bei Freunden „ zu „ Gast bei Brüdern und Schwestern „ und dankte der Michaelsgemeinde, dass dieser Gottesdienst an einem für die Katholiken wichtigen Ort möglich war, denn hier wuchs der Markgraf Bernhard von Baden auf und in der benachbarten Barfüßerkirche erhielt er seine Ausbildung. Der Weg Jesu hat ihn bewegt und er hat auch die Gläubigen aus den Seelsorgeeinheiten hier zusammengeführt, betonte er eingangs der Fronleichnamsfeier. Drei Gegenstände verknüpfte er bei seiner Predigt als er das Geheimnis des Tages auszuloten suchte. Das Brot der runden Hostie, das als Brot des Lebens und der Ewigkeit eine besondere Bedeutung hat. Danach griff er die Konkurrenz des runden Brotes die Münze auf und sprach so mit dem Sprichwort „ Geld regiert die Welt „ die Kraft des Geldes an. Er verglich die Brotscheibe, die sich in der Eucharistie verwandelt mit der Geldmünze, die auch Kirche im Großen und Kleinen prägt und daher immer wieder zur Gewissenserforschung aufruft. Das dritte Element war dann eine CD, die mit ihren Millionen von Bits und Bytes Lexikons auf kleinster runder Fläche bannt. Wer kommunizieren will, geht daher heute lieber an den PC und nicht mehr in die Kirche. Hat nun die Brotscheibe, die er als Kernspaltung der Liebe Jesu bezeichnete eine Chance gegen Münze und CD, warf er als Frage auf und verwies dabei auf den Lebensweg von Franziskus, Antonius, Bernhard von Baden, der Elisabeth von Thüringen und auf Mutter Teresa. Letztlich ging er auf die Petrusantwort in quo vadis ein, der über Jesu befragt, der Weisheit Athens und der Macht Roms die Liebe als Antwort gab, was den Befrager sprachlos machte.“ Wir sollen von dieser Liebe Jesu Zeugnis geben und aus dieser Kraft heraus die Welt und den Alltag gestalten, gab er den zahlreichen Gläubigen als Sinn des Festes mit auf den Weg.
Nach dem Gottesdienst führte der Weg über den Schlossberg und die Erprinzenstraße in Form einer Prozession zur Franziskuskirche. Mit dem Te deum „ Großer Gott wir loben dich „ endete die eindrucksvolle Begegnung an Fronleichnam. Danach war ein Verweilen rund um die Kirche und im Forum angesagt. Die Kollekte des Tages war für das Frauenhaus der Gesamtkirchengemeinde und den Partnergemeinden von Franziskus in Peru und Afrika gedacht.
Die Liebfrauengemeinde in Dillweißenstein mit Büchenbronn und Huchenfeld versammelte sich zunächst zu einer Station im Freien auf dem Dillsteiner Friedhof, ehe die Prozession zur Liebfrauenkirche führte. Die Seelsorgeeinheit St. Josef fand sich zu einem Festgottesdienst der drei Gemeinden in der Liebfrauenkirche in Niefern Öschelbronn zusammen, an den sich die Prozession anschloss, ehe es zu einer Hocketse im Pfarrgarten kam.
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