Joyful“
seit zehn Jahren voller Freude

Wer kann Lieder wie „Herr, Deine Liebe“, Spiritual-Kantaten wie „Halleluja – Amen“, und den „Crocodile Rock“von Elton John auf einen Nenner bringen? Der Tiefenbronner Gospelchor „Joyful“ machte dies möglich bei einem Kirchenkonzert in der örtlichen ehrwürdigen Basilika Sankt Maria Magdalena.
Zur Feier seines zehnten Geburtstags und zu einer Zeit, da es zwar im Hauptort noch einen Männergesangverein gibt, die Chöre der Gesangvereine in Mühlhausen und Lehningen aber seit einiger Zeit stumm sind, luden 18 junge Damen um Dirigentin Sabine Widmann ein. Das freundschaftlich verbundene Wimsheimer Akkordeonorchester und der Tiefenbronner Kirchenchor wirkten ebenfalls mit.

Beeindruckende Musik-Reise
So viele Gäste wollten sich am Samstagabend mitfreuen, dass zum musikalischen „Best of Joyful, 1996 bis 2006“ die Kirchenbänke bis hinauf zur Empore besetzt waren. Die drei Klangkörper mit ihren über 60 Mitgliedern nahmen einzeln und gemeinsam die Geburtstagsgäste für zwei beeindruckende Stunden mit auf eine musikalische Reise durch das erste Jahrzehnt dieses nicht vereinsmäßig organisierten Gospelchors. Schon das „Joyful“-Eingangslied mit der Aufforderung „Lobet Gott nicht nur mit Tönen“ gab den Anspruch vor, und die Zuhörer folgten gerne den besinnlichen Worten, mit denen Saskia Grein, eine der sieben Mitbegründerinnen des Gospel-Chors, ihre Führung durchs Programm vertiefte.
Schon kam Bewegung, nicht nur in den Gospel-Chor vor dem Altar: „You are my all in all“, oder das ansteckende „I will follow You“. Als sich die Meister der weißen und schwarzen Tasten aus Wimsheim unter Marc Widmann auf die Spur der Brüder Gibb in deren „Bee-Gees Hit-Collection“ begaben, brandete sogar spontan Beifall auf, der am Schluss noch stärker wurde.

Kalifornische Träume
Bis es aber so weit war folgten die Gäste im kühlen Kirchenschiff der Lyrik Saskia Greins („Ich träume von Kalifornien an solch einem Tag, wenn die Blätter braun sind und der Himmel grau ist“) zu „California Dreamin`“. Das Akkordeonorchester mit der Instrumental-Begleitung am Klavier mit Simona Bauer, am Schlagzeug mit Jasmin Jeremias und an der Querflöte mit Eva Schönfelder stand da nicht nach. Die „Spiritual-Kantata“ mit stimmungsvollen Sätzen wie „Swing low“, „Deep river“ und „Amen“, sowie „Heal The World“ fügte sich nahtlos ins Ganze ein. Überzeugend auch die Interpretation von Altmeister Astor Piazzolas „Tanti Anni Prima“ . Zum Schluss erklang, nach den Noten von Abba: „Thank You for The Music“. Danke, „Joyful“ für so viel Freude!

Gospelchor „Joyful
Der Name des Tiefenbronner Gospelchors „Joyful“ soll mit „Voll Freude“ übersetzt werden. Darauf legt nicht nur Saskia Grein Wert, die durch das Zwei-Stunden-Konzert führte. Begonnen hatte die freudige Überzeugung im Biet, dass Gott durch die Musik noch mehr in die Herzen der Menschen sprechen kann, mit einer Anzeige im Amtsblatt der Gemeinde Tiefenbronn. Sabine Widmann hatte die Idee, in Tiefenbronn einen Jugendchor ins Leben zu rufen. Auf den öffentlichen Aufruf meldeten sich 14 interessierte Personen, allesamt Mädchen oder junge Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Einer Chorgründung stand im Herbst 1996 somit nichts mehr im Wege.

Innerhalb kurzer Zeit schaffte es Sabine Widmann, aus den –nach eigener Einschätzung- meist unerfahrenen Sängerinnen einen Chor zu formen. Am ersten Weihnachtsfeiertag 1996 hatte die Formation in der Pfarrkirche Sankt Maria Magdalena ihre Premiere. Zwar mit einstimmigen Chören. Aber, so das Echo der Festgottesdienstbesucher, „Die können sich sehen und hören lassen“.
Ziel war es, auch mehrstimmige Chorliteratur zu singen. Doch das war ein harter Kampf für die Mädels, allen voran für die Chorleiterin, war doch die gesangliche Unerfahrenheit deutlich anzumerken, erinnert sich Saskia Grein.
1997 beschlossen die singenden Teenies und angehenden Twens, „nicht mehr so junge, jedoch jung gebliebene, vor allem aber chorerfahrene Sängerinnen aufzunehmen“.
Immer mehr Frauen stießen zu „Joyful“, wobei das Alter kein Aufnahmekriterium mehr darstellte, sondern einfach nur die Freude am Singen. Saskia Grein sagt: „Und so entstand der Gospelchor, wie er heute sein Zehnjähriges feiert. Geballte Frauenpower mit 782 Jahren Lebenserfahrung“.

Leider, so die Tochter des Heimsheimer Schulrektors Jürgen Grein: „Männer sucht man damals wie heute vergebens in unseren Reihen – leider“: Was die 19 joyfullen Damen aber nicht davon abhält, vierstimmig zu singen und auf ein respektables Repertoire von geistlichen wie weltlichen Liedern zurückzugreifen. Zahlreiche Auftritte in Gottesdiensten, bei Hochzeiten, Taufen, Advent- und Altennachmittagen, sowie bei Konzerten mit den Akkordeonorchestern Wimsheim und Leonberg, sowie der „Tiefenbroner Musik“ haben Menschen in weitem Umkreis „voller Freude“ gemacht. Im Jubiläumsjahr „900 Jahre Gemeinde Tiefenbronn“ war das Konzert des katholischen Kirchenchors Anlass, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Der umjubelte Auftritt mit rund 40 Sängerinnen und Sängern –also auch erstmals männliche „Joyful“-Stimmen zu hören- machte Mut zu weiterer Zusammenarbeit mit dem etablierten Kirchenchor, auch beim Kirchenkonzert zum „Zehnjährigen“. So möchten die Mädels vom bisher vereinsmäßig nicht organisierten Gospelchor nicht erst das „Silberjubiläum“ mit den so sehnlichst vermissten Männerstimmen bejubeln, war einer der Wünsche zum zehnten Geburtstag. Mit Sängerinnen aus Steinegg und Wimsheim haben bereits Frauen aus der Nachbarschaft den Weg „voll Freude“ nach Tiefenbronn gefunden.