Gottes zärtliche Berührung-
Die Krankensalbung
Die Feier der Krankensalbung
"Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich, sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.“
(Jak 5, 14-15)
Laß dich salben auf die Hand
mit kostbar-heilendem Öl
deine Handmitte sei zärtlich berührt
damit du erinnert wirst wie deine Lebenslinien
immer schon im Hoffnungsbuch aufgezeichnet sind

Laß dich salben auf die Stirn
mit feinriechenden Essenzen
damit deine Gedanken nicht in der Spirale der Angst sich verfangen sondern immer neu zu vertrauensvoller Weite geöffnet werden

Laß dich salben auf dein Herz
in Erinnerung an die Zusage
der Verwandlung
damit deine Verhärtungen sich lösen und Gott dich neu mit Seiner Zuwendung anrührt

Pierre Stutz
Wir danken Pfarrer Gerold Heß für seine Bereitschaft diesen Text benutzen zu dürfen

Feier der Krankensalbung
Spendung der Krankensalbung
In der Feier der Krankensalbung kann der Kranke lernen, zu seiner Krankheit die rechte Einstellung zu finden, und auch verstehen, wie tief Krankheit sein Verhältnis zu den Mitmenschen und zu Gott berührt. Der Besuch des Priesters als des Vorstehers der Gemeinde ist für den Kranken ein Zeichen, daß er nicht alleingelassen ist. Um auszudrücken, daß der Kranke zur Gemeinschaft der Kirche gehört, sollte der Priester zur Feier der Krankensalbung nicht mit dem Kranken allein sein. Angehörige und Freunde des Kranken, Schwestern, Pfleger und Ärzte, aber auch zufällige Besucher sind zur Mitfeier eingeladen. Die Versammlung dieser Personen unterstreicht die Absicht der Kirche, dem Kranken beizustehen und für ihn zu beten. Ihr Gebet des Glaubens bedeutet Stärkung von einer Seite her, die der Mensch von sich aus nicht geben kann. Es drückt aber auch die Hilflosigkeit der Mitmenschen aus, die sich trotz allen persönlichen Einsatzes letztlich nur bittend an Gott wenden können: ER allein ist Herr über Krankheit und Gesundheit. Bei der Spendung der Krankensalbung legt der Priester dem Kranken die Hände auf. Diese Handauflegung des Priesters ist eine Gebärde der Anteilnahme und Zuwendung, der Zusage von Hilfe und Schutz. Sie erinnert an die Handauflegung bei der Taufe und Firmung: Gott zieht Seine starke Hand nicht vom kranken Menschen zurück. Dieser wird sie jetzt erst recht fühlen, wenn er sich in seiner Krankheit der mächtigen Hand Gottes überläßt.

Und die Salbung bedeutet: Gott will Heilung. Wird schon ein Mensch nicht von seiner Krankheit geheilt, so wird er doch von Gott in seiner Gesamtheit gerettet. Das Kreuzzeichen, mit dem die Salbung auf der Stirn und an den Händen geschieht, ist eine Erinnerung an diese Errettung in Taufe und Firmung: Gott wird zu dem stehen, was durch diese Sakramente verheißen ist: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in Seinem reichen Erbarmen. ER stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich; in Seiner Gnade richte ER dich auf.“